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/ 05.06.2013
Regina Heller

Russische Interessen im Balkankonflikt. Rußland und die internationale Staatenwelt seit 1992

Hamburg: Lit 1998 (Osteuropa 20); IV, 182 S.; brosch., 39,80 DM; ISBN 3-8258-3696-7
Rußland hat mit seiner Politik im jugoslawischen Bürgerkrieg ambivalente Aspekte außenpolitischen Verhaltens gezeigt. Zum einen beharrt die Führung in Moskau auf einem Großmachtstatus und fordert eine russische Sonderrolle in Europa, zum anderen bemüht sie sich um eine Kooperation mit der Staatengemeinschaft in internationalen Organisationen. Die Autorin erklärt die Ursachen für diese scheinbare Widersprüchlichkeit durch die innergesellschaftlichen Gegebenheiten in einer Phase der Instabilität und Konsolidierung, in der miteinander rivalisierende außenpolitische Eliten eine Politik formulieren und umsetzen, die gebrochen und heterogen wirkt. Als analytisches Raster verwendet die Autorin Ekkehart Krippendorffs Analysemodell, das Aspekte der Außenpolitikanalyse mit denen der Systemtheorie verknüpft und Außenpolitik als Folge innergesellschaftlicher Strukturen begreift. Mit diesem Instrumentarium gelingt es ihr, die verschiedenen Interessen Rußlands auf dem Balkan nicht nur nachzuzeichnen, sondern auch den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in Rußland zuzuordnen. Deutlich wird ebenfalls, wie der Jugoslawien-Konflikt und Rußlands entsprechende Politik im internationalen Umfeld von Präsident Jelzin innenpolitisch dazu benutzt wurde, den eigenen Machtanspruch zu festigen und die Opposition zu beruhigen. Inhaltsübersicht: II. Theoretische Einführung: 1. Das Wesen der Internationalen Politik; 2. Außenpolitik; 3. Der außenpolitische Entscheidungsprozeß; 4. Praktische Anwendung. III. Die russische Außenpolitik: Bezugsrahmen für das außenpolitische Konzept: 1. Die russische Elite; 2. Staatliche Entscheidungsinstanzen im außenpolitischen Entscheidungsprozeß; 3. Andere Beteiligte; 4. Auswirkungen auf die russische Außenpolitik: Die außenpolitische Doktrin Rußlands seit 1993. IV. Russische Interessen auf dem Balkan: Bestimmungsfaktoren der Moskauer Balkanpolitik: 1. Die historische Ebene; 2. Die innerstaatliche Ebene; 3. Die internationale Ebene. V. Rußland und die internationale Staatenwelt im Jugoslawienkonflikt: Die Phasen der russischen Balkanpolitik: 1. Die Internationalisierung des Jugoslawienkonflikts; 2. Von der internationalen Verwirrung zur Realpolitik: Die Positionen der Staatengemeinschaft verhärten sich; 3. Multilaterale Vermittlungsversuche der internationalen Staatenwelt: Militärische und diplomatische Instrumente; 4. Auf dem Weg zur Friedensregelung in Bosnien-Herzegowina; 5. Entwicklungen nach Dayton: Die Rolle Rußlands und der internationalen Staatenwelt bei der Implementierung des Friedensvertrages. VI. Abschlußbetrachtung: Kooperation oder Konfrontation?: 1. Neue Rollenverteilung in der internationalen Staatenwelt; 2. Rußlands Beitrag zur Kooperation mit der internationalen Staatengemeinschaft.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 4.222.62 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Regina Heller: Russische Interessen im Balkankonflikt. Hamburg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7821-russische-interessen-im-balkankonflikt_10372, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10372 Rezension drucken
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