/ 04.06.2013
Helmut Martin
Hongkong. Strategien des Übergangs
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997; 199 S.; 18,80 DM; ISBN 3-518-12030-1Eine sehr skeptische Haltung gegenüber den Folgen des Machtwechsels für Hongkong wird in diesem Buch des Literaturwissenschaftlers und Sinologen Martin deutlich. Er mißtraut der chinesischen Bereitschaft, die ausgehandelten Kompromisse bezüglich des Status der ehemaligen Kronkolonie auf Dauer auch einzuhalten. Gleichzeitig ist er jedoch von der Fähigkeit der Hongkonger Bevölkerung überzeugt, auch diese Wendung ihrer wechselvollen Geschichte produktiv zu überstehen. In einem umfassenden Rückblick erläutert der Autor die Geschichte Hongkongs und untersucht zudem, auf welchen Grundlagen die kulturelle und politische Identität der Stadt beruht. Danach stellt er die Verhandlungen zwischen London und Peking über die Rückgabe Hongkongs dar und vertritt dabei die These, daß die Briten die Chance verspielten, die Geschehnisse in andere Bahnen zu lenken. In den folgenden Kapiteln werden die engen Beziehungen der Metropole zum chinesischen Umland beleuchtet und die Außenbeziehungen der Stadt zu China, den USA und Kanada analysiert. Das Buch schließt mit Bemerkungen zu dem erheblichen Konfliktpotential der Sonderverwaltungszone innerhalb der Volksrepublik China. Neuere Entwicklungen nach der Übergabe Hongkongs an China konnten nicht mehr berücksichtigt werden, da das Buch vor dem 1. Juli 1997 fertiggestellt wurde.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.68 | 2.2 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Helmut Martin: Hongkong. Frankfurt a. M.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4177-hongkong_5890, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 5890
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M. A., Politikwissenschaftler.
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