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/ 21.06.2013
Joachim Bischoff

Globale Finanzkrise. Über Vermögensblasen, Realökonomie und die "neue Fesselung" des Kapitals

Hamburg: VSA in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung 2008; 94 S.; 9,80 €; ISBN 978-3-89965-313-7
Der Politikwissenschaftler Bischoff analysiert das Zustandekommen und die Auswirkungen der gegenwärtigen Finanzkrise auf die Weltwirtschaft. Nach seiner Ansicht führt es zu einem gefährlichen Trugschluss, wenn nur auf die Rückwirkung der Immobilien-, Finanz- und Kreditkrise gestarrt werde, da die Immobilienkrise in den USA lediglich den auslaufenden letzten Konjunkturzyklus überlagere. Diesen erörtert er im Kontext der gestiegenen Erdölpreise, der Abschwächung der Konjunktur und der Immobilienblase in den USA: „Aus der in den letzten Jahren entstandenen Kreditblase entweicht inzwischen die Luft. Angesichts fallender Häuserpreise und steigender Zinsen sind zunächst die Kreditketten bei den einkommensschwachen Haushalten gerissen. In dem Bereich der Hypothekarkredite mit höherem Risiko hat eine Konkurswelle etliche Banken und Vermittler aus dem Markt gefegt“ (34). Die Turbulenzen auf dem Hypothekenmarkt seien dann auf den Aktienmarkt übergesprungen. Bischoff analysiert auch die speziellen Auswirkungen der Finanzkrise auf den deutschen Markt. Insgesamt bewertet er die Krise als einen Beweis für das Scheitern des Neoliberalismus und verweist die Selbstheilungskräfte des Marktes ins Reich der Mythologie.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.432.2 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Joachim Bischoff: Globale Finanzkrise. Hamburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30315-globale-finanzkrise_35974, veröffentlicht am 08.04.2009. Buch-Nr.: 35974 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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