/ 18.06.2013
Rolf Gössner
Geheime Informanten. V-Leute des Verfassungsschutzes: Kriminelle im Dienst des Staates
München: Knaur 2003; 316 S.; 12,90 €; ISBN 3-426-77684-7Spätestens mit dem Scheitern des Verbotsverfahrens gegen die NPD vor dem Bundesverfassungsgericht ist der problematische Einsatz von Vertrauensleuten (V‑Leuten) durch die Verfassungsschutzämter ans Licht der Öffentlichkeit geraten. Der Rechtsanwalt und Publizist Gössner stellt mit diesem journalistisch geschriebenen Buch „die dringliche Frage nach dem rechtsstaatlichen Preis dieser Art von ‚wehrhafter Demokratie', nach den bürgerrechtlichen Kosten dieser geheimdienstlichen Unterwanderungsstrategie" (10). Anhand einiger öffentlich gewordener Beispiele untersucht er, wie die Verfassungsschutzämter mit ihren V‑Leuten zusammenarbeiten. Großen Raum nimmt dabei der aktuelle Fall der NPD ein. Wenngleich der Autor intensiv recherchiert hat und im Sinne seiner Fragestellung konsistent argumentiert, dürfte die alleinige Fokussierung auf die bürgerrechtlichen Kosten bei diesem Thema zu kurz greifen. Gössner kommt aus seiner Sicht folgerichtig zu dem Ergebnis: „Soll sich überhaupt etwas zum Besseren wenden, dann müsste streng genommen das nachrichtendienstliche Instrument des V‑Leute‑Einsatzes per Gesetz untersagt oder aber zumindest zur Ultima‑ratio‑Maßnahme erklärt werden." (272)
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Rubrizierung: 2.324 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: Rolf Gössner: Geheime Informanten. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20222-geheime-informanten_23563, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23563
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