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/ 19.06.2013
Fritz Schenk

Der Fall Hohmann. Die Dokumentation

München: Universitas 2004; 240 S.; 14,90 €; ISBN 3-8004-1466-X
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann löste nach einer umstrittenen Rede zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober 2003 einen innenpolitischen Skandal aus, der dazu führte, dass er sowohl aus der Fraktion als auch aus der Partei ausgeschlossen wurde. Der Autor ist Initiator des Appells „Kritische Solidarität mit Martin Hohmann". Sein Buch kann deshalb nicht unabhängig von dieser Parteinahme gesehen werden. Schenk hält die Vorgänge um den Fall Hohmann für „eine der größten Medienkampagnen der Bundesrepublik Deutschland" (44). Er betont, dass zwar Anzeigen wegen Volksverhetzung, Beleidigung und übler Nachrede erstattet worden seien, die aber nicht zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens geführt hätten. Dem Magazin „Stern" sei per einstweiliger Verfügung verboten worden, weiter zu verbreiten, Hohmann habe in seiner Rede „die Juden als Tätervolk" bezeichnet. Schenk will den Fall Hohmann darstellen, indem er einerseits die Berichterstattung in den Medien dokumentiert und den Redentext sowie Briefe und Aufrufe wiedergibt. Andererseits zeichnet er den zeitlichen Ablauf der Ereignisse nach. Um ein neutrales „Protokoll" von Vorgängen handelt es sich dabei aber eher nicht. Vielmehr ist die Darstellung in hohem Maße durch das Interesse des Autors an der Unterstützung Hohmanns geprägt.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3332.35 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Fritz Schenk: Der Fall Hohmann. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21309-der-fall-hohmann_24872, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24872 Rezension drucken
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