/ 04.06.2013
Martin Schmidberger
Regionen und europäische Legitimität. Der Einfluß des regionalen Umfeldes auf Bevölkerungseinstellungen zur EU
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1997 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 340); XVIII, 248 S.; brosch., 79,- DM; ISBN 3-631-32513-4Diss. Mannheim; Gutachter: B. Kohler-Koch, J. van Deth. - Spätestens die gegenwärtig zu beobachtenden Anzeichen von "Europaskepsis" sollten den politikwissenschaftlichen Blick auf die Legitimation der europäischen Einigungspolitik lenken. Schmidberger geht dieser Frage in vergleichender empirischer Absicht für den Zeitraum 1986 bis 1995 nach. Er diskutiert die Frage der Legitimität sekundäranalytisch anhand der Bevölkerungseinstellungen zur EU (Basis: Eurobarometer) in vier Mitgliedstaaten (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien); die Konzeptualisierung legitimationsrelevanter Einstellungen folgt der Typologie politischer Unterstützung David Eastons. Die Arbeitshypothese lautet: "[D]ie Prozesse der europäischen Integration [sind] als Rahmenbedingungen zu verstehen [...], die regionenspezifisch sehr unterschiedlich ausfallen können und die je nach unterschiedlicher Betroffenheit der Regionen vom Integrationsprozeß zu einer regionenspezifischen Beeinflussung von Bevölkerungseinstellungen zur EU führen können." (15) Deren Überprüfung erfolgt im Rahmen aufwendiger statistischer Untersuchungen, wobei die 45 Regionen (in fünf Staaten) umfassende Mehrebenenanalyse besonderes Augenmerk verdient (181 ff.). Anders als die neuere Debatte über ein "Europa der Regionen" impliziert, hat die regionale Ebene für die Ausprägung der Bevölkerungseinstellungen zur EU eher geringe Bedeutung, auch gibt es kaum Hinweise auf die Herausbildung einer gemeinschaftsstiftenden "europäischen Identität". Nach wie vor scheinen politische Loyalitäten und Erwartungen primär an den Nationalstaat adressiert zu werden (207 ff.).
Inhaltsübersicht: I. Bevölkerungseinstellungen zur EU und regionaler Kontext: zur Fragestellung dieser Arbeit; II. Hypothesenbildung zum Einfluß des regionalen Umfeldes auf Bevölkerungseinstellungen zur EU; III. Analyseraster zur Erfassung von Bevölkerungseinstellungen zur EU; IV. Operationalisierung und Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes; V. Empirische Analyse regionaler Kontexteffekte bei Bevölkerungseinstellungen zur EU; VI. Bestimmung des regionalen Kontexteinflusses in einem mehrebenenanalytischen Untersuchungsansatz.
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 3.1 | 3.4 | 3.5
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Martin Schmidberger: Regionen und europäische Legitimität. Frankfurt a. M. u. a.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5929-regionen-und-europaeische-legitimitaet_7758, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7758
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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