/ 04.06.2013
Dirk Schönrock
Koalitionsbildung nach dem Mehrheitsprinzip? Die Anwendung spieltheoretischer Koalitionsmodelle auf die Regierungsbildung in der italienischen Republik
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1997 (Nomos Universitätsschriften: Politik 74); 311 S.; brosch., 89,- DM; ISBN 3-7890-5037-7Politikwiss. Diss. Chemnitz-Zwickau; Erstgutachter: E. Jesse. - Mathematisierte Methoden haben in den Sozialwissenschaften häufig einen schweren Stand. Gerade die Spieltheorie führt - abgesehen von der Konfliktforschung - ein Schattendasein. Diesen Zustand möchte Schönrock mit seiner Untersuchung beheben. Auf der Grundlage fundierter Kenntnisse des italienischen politischen Systems testet er verschiedene spieltheoretische Modelle der Koalitionsbildung hinsichtlich ihrer Erklärungsreichweite für die italienischen Nachkriegskoalitionen. Rein auf Größe ausgerichteten Modellen bescheinigt er nur geringen Erklärungswert, während Modelle, welche die ideologische Positionierung der Parteien mit in Betracht ziehen, weit besser abschneiden und eine teilweise sehr hohe Prognosefähigkeit offenbaren. Fazit seiner Analyse ist, daß die Verbindung von Koalitionstheorie und Spieltheorie noch lange nicht an ihre Grenzen gestoßen ist, sondern im Gegenteil gute Möglichkeiten für eine methodische und konzeptionelle Verbesserung bietet.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.45 | 2.21 | 2.22 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Dirk Schönrock: Koalitionsbildung nach dem Mehrheitsprinzip? Baden-Baden: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6011-koalitionsbildung-nach-dem-mehrheitsprinzip_8185, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 8185
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Dr., Politikwissenschaftler.
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