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/ 11.06.2013
Markus Mohr

Die Gewerkschaften im Atomkonflikt

Münster: Westfälisches Dampfboot 2001; 493 S.; 34,77 €; ISBN 3-89691-480-4
Der Autor verfolgt das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Antiatombewegung sowie die innergewerkschaftlichen Auseinandersetzungen über die Frage der Atomenergie über mehrere Jahrzehnte hinweg. Er beschreibt die Gewerkschaftspolitik im Spannungsverhältnis zwischen einer pragmatischen Betriebsratspolitik, welche die Gefährdung durch Nuklearanlagen als Normalzustand hinnimmt, und übergreifenden gesellschaftspolitischen Interessen. Dabei kommt der Autor zu dem Schluss, dass ihr widersprüchliches beziehungsweise ambivalentes Agieren den Gewerkschaften nicht geschadet habe, sondern - angesichts der unterschiedlichen Positionen von IG Bergbau Chemie Energie einerseits und IG Metall andererseits - für ihren Zusammenhalt sogar notwendig gewesen sei. Die Arbeit ist chronologisch aufgebaut und zeigt die wesentlichen Stationen der innergewerkschaftlichen Debatten um die Atompolitik auf. Für einige Kapitel wird die Chronologie zugunsten der Behandlung spezifischer Themen aufgegeben, so etwa im Abschnitt über den Arbeitsprozess in Nuklearanlagen (93-107) oder im Kapitel über Leiharbeitsverhältnisse (299-326) mit einer Erörterung der besonderen Problematik des Strahlenschutzes. Im Schlusskapitel stehen Fragen nach den Perspektiven gewerkschaftlicher Interessenvertretung im Atomkonflikt im Mittelpunkt.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.3312.3412.342 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Markus Mohr: Die Gewerkschaften im Atomkonflikt Münster: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12043-die-gewerkschaften-im-atomkonflikt_14369, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14369 Rezension drucken
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