/ 22.06.2013
Julian Amhoff
Der Stammheim-Prozess – ein rechtswidriges Verfahren?
Marburg: Tectum Verlag 2010; 93 S.; pb., 19,90 €; ISBN 978-3-8288-2347-1Examensarbeit. – Amhoff rekapituliert den zwei Jahre dauernden Stammheim-Prozess (1975 bis 1977) gegen die führenden Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) Andreas Baader, Gudrun Esslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe. Nach einer kurzen Darstellung der angeklagten Taten (Mord, Raub, Diebstahl, Sprengstoffverbrechen) und der Prozessvorbereitung einschließlich der eigens erlassenen Gesetze geht der Autor vor allem der Frage nach, ob der Staat in diesem Strafverfahren über die Grenzen des Rechtsstaats hinausgegangen ist. Kurz dargestellt werden deshalb die Anklage, die Verfahrensbeteiligten, die Angeklagten und ihre Verteidigung sowie der Ablauf des Prozesses. Die abschließende Bewertung der Frage, ob es sich um einen politischen Prozess gehandelt habe, wird knapp erörtert. Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der Prozess – von einigen Defiziten abgesehen – rechtsstaatlichen Regeln folgte. Allerdings habe der Staat nicht nur eine juristische Absicht verfolgt, sondern auch politisch vermitteln wollen, „dass der Linksterrorismus in Deutschland keine Chance hat“ (80). – Der Forschung wird mit dieser schmalen, auf Sekundärliteratur gestützten Arbeit kein nennenswerter neuer Aspekt zugefügt.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.313 | 2.323
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Julian Amhoff: Der Stammheim-Prozess – ein rechtswidriges Verfahren? Marburg: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32975-der-stammheim-prozess--ein-rechtswidriges-verfahren_39391, veröffentlicht am 29.09.2011.
Buch-Nr.: 39391
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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