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/ 21.06.2013
Peter Goergen

Willi Graf – Ein Weg in den Widerstand

St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag 2009 (Geschichte, Politik & Gesellschaft 11); 215 S.; geb., 28,- €; ISBN 978-3-86110-458-2
„Wir begegnen einem jungen Menschen, der sich seiner Zeit nicht ausliefert, weil er das Unrecht erkennt“ (10), schreibt Peter Steinbach im Geleitwort dieser Biografie, in der erstmals Graf in den Mittelpunkt gestellt wird. Das Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ war 1943 hingerichtet worden. In persönlich gehaltenen Worten, in denen Goergen häufig auf seine Gespräche mit Grafs Schwester Anneliese Knoop-Graf Bezug nimmt, wird der Lebensweg nachgezeichnet – Elternhaus, Schule, die Mitgliedschaft im katholischen Bund Neudeutschlands und dann die Zugehörigkeit zu der saarländischen Untergrundgruppe Grauer Orden. Goergen schildert Graf damit als einen Menschen, der sich von Anfang an zusammen mit anderen gegen die NS-Diktatur wandte. Nach Abitur und Arbeitsdienst wurde Graf Sanitätssoldat, aus der Auswertung seiner Briefe und Tagebücher ergeben sich allerdings nur vorsichtige Hinweise auf das Grauen des Krieges. Die „Weiße Rose“ schließlich schildert der Autor nicht als einen Freundschaftsbund, sondern als „ein Arbeitsbündnis, und zwar ein konspiratives, eine geheime kleine Organisation von Leuten, die etwas tun wollen für das Ende des Krieges, für ein Ende des Unrechts“ (160). Die Biografie ist mit viel Sympathie für Graf und die „Weiße Rose“ geschrieben und vor allem an historisch interessierte Leser gerichtet.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Peter Goergen: Willi Graf – Ein Weg in den Widerstand St. Ingbert: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30610-willi-graf---ein-weg-in-den-widerstand_36352, veröffentlicht am 16.06.2009. Buch-Nr.: 36352 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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