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/ 17.06.2013
Helmut Kramer / Wolfram Wette (Hrsg.)

Recht ist, was den Waffen nützt. Justiz und Pazifismus im 20. Jahrhundert

Berlin: Aufbau-Verlag 2004; 432 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-351-02578-5
Pazifisten waren in früherer Zeit, vor allem im Dritten Reich, oftmals polizeilicher und strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt und wurden nicht selten von einer willfährigen Justiz zu hohen Strafen bis hin zum Tode verurteilt. Zur Begründung der Urteile wurden Argumente wie Landesverrat, Wehrkraftzersetzung und Ähnliches vorgebracht. Es gab jedoch auch Persönlichkeiten, die sich dieser herrschenden Meinung widersetzten. Die Autoren thematisieren beide Seiten - sowohl die bereitwillige Unterstützung militärfreundlicher Positionen durch die Justiz als auch einzelne kritische Stimmen. Der Band dokumentiert eine interdisziplinäre Fachtagung mit dem Titel „Justiz und Pazifismus im 20. Jahrhundert“, die im Oktober 2002 in Recklinghausen stattfand. Teilnehmer waren in erster Linie Historiker und Juristen, dementsprechend sind auch die Schwerpunkte der Beiträge gelagert. Aus dem Inhalt: Helmut Kramer / Wolfram Wette: Pazifisten im Visier der Justiz. Ein bedrückendes Kapitel der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts (11-58) Christian Jansen: Pazifisten in Deutschland. Entwicklungen und innere Widersprüche (1800-1940) (59-78) Karl Holl: Pazifistische Programmatik und pazifistische Lebensbilder im Wandel der Generationen zwischen 1830 und 1945. Eine Problemskizze (79-99) Wolfram Wette: August Bebel und Wilhelm Liebknecht. Die Sozialistenführer als Gegner des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 (100-108) Feliks Tych: Das Vorgehen der Justiz gegen Pazifisten im Wilhelminischen Deutschland. Die Strafprozesse gegen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (109-126) Wolfram Wette: Justiz und pazifistische Offiziere in der Zeit der Weimarer Republik (127-142) Ingo Müller: Landesverratsprozesse und Beleidigungsverfahren gegen Pazifisten in der Weimarer Republik (143-159) Otmar Jung: „Ein weißer Rabe“ unter den Richtern der ersten Republik: Senatspräsident Freymuth (160-175) Gerd Hankel: Auf verlorenem Posten: Friedenspolitik und Völkerrecht in der Weimarer Republik (176-189) Ingo Müller: Der „Weltbühnen“-Prozess: Carl von Ossietzky und die politische Justiz (190-198) Manfred Messerschmidt: Die Wehrmachtsjustiz gegen „Zersetzer“ und Pazifisten (199-217) Helmut Kramer: Die versäumte juristische Aufarbeitung der Wehrmachtsjustiz (218-233) Wolfgang Kraushaar: Protest gegen die Wiederbewaffnung (234-246) Helmut Kramer: Der Widerstand gegen die Aufrüstung der Bundesrepublik vor Gericht (247-254) Ulrich Finckh: Justiz und Kriegsdienstverweigerung in der Bundesrepublik (255-274) Helmut Kramer: Justiz und Kriegsdienstverweigerung in der DDR (275-294) Hans-Ernst Böttcher: Strafbare Nötigung oder Ausübung von Grundrechten? Die gerichtliche Auseinandersetzung mit den Sitzblockaden gegen den NATO-Doppelbeschluss (295-316) Otto Gritschneder: „Soldaten sind Mörder.“ Das Tucholsky-Zitat von 1931 im Lichte einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1994 (317-320) Martin Kutschka: Militäreinsätze vor dem Bundesverfassungsgericht (321-336) Helmut Kramer: Strafrecht ist schlichtweg nicht politisch. Ein Strafverfahren gegen Kritiker des Krieges gegen Jugoslawien (337-344)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3232.32.312.35 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Helmut Kramer / Wolfram Wette (Hrsg.): Recht ist, was den Waffen nützt. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14677-recht-ist-was-den-waffen-nuetzt_25470, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25470 Rezension drucken
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