/ 06.06.2013
Csilla Hatvany
Legitimität von Kin-state Politik im Liberalismus: Möglichkeiten der Staatenverantwortlichkeit gegenüber der Kin-minority innerhalb der liberalen Ansätze der Mulitkulturalismus-Debatte
Online-Publikation 2009 (http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=999720236); 235 S.Politikwiss. Diss. Heidelberg; Gutachter: K. v. Beyme, A. Croissant. – Gesetze, die die eigene in einem anderen Staat lebende kulturelle Minderheit betreffen – die Autorin bezeichnet sie als Kin-minority – haben notwendigerweise einen grenzüberschreitenden Charakter. Hatvany interpretiert die Bemühungen der osteuropäischen Staaten zur Verbesserung der Lage der Kin-minority als einen Prozess zur Institutionalisierung der postkommunistischen Gesellschaft, in dem sich die neugebildeten Staaten verstärkt auf die nicht durch den Kommunismus diskreditierten ethnisch-kulturellen Werte berufen. Die Politik der Kin-minority rückt damit in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Diskurses. Vor dem Hintergrund universalistischer, multikulturalistischer und nationalliberaler Ansätze untersucht Hatvany, ob die Kin-state-Politik durch den Liberalismus legitimiert werden kann und wie dies zu begründen ist. Hatvany versteht die Legitimationsfrage dabei in einem doppelten Sinn, einerseits als politische Idee, andererseits in Bezug auf die zu ihrer Durchführung angewandten gesetzlich verankerten Maßnahmen. Diese berühren Fragen der nicht-residenten sowie der privilegierten Einbürgerung und Kompensationsforderungen. Zunächst erläutert die Autorin die besonderen historischen Umstände der Region und klärt dabei die Begriffe Nation, Nationalismus und Nationalstaat. Darauf aufbauend analysiert sie die gesetzlichen Regelungen der osteuropäischen Kin-state-Politik. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass keine der von ihr untersuchten Maßnahmen zur Umsetzung der Kin-state-Politik als legitimes Recht gelten kann. Dies betreffe insbesondere Regelungen zur Kompensation Vertriebener.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.21 | 2.61 | 4.42 | 5.43
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Csilla Hatvany: Legitimität von Kin-state Politik im Liberalismus: Möglichkeiten der Staatenverantwortlichkeit gegenüber der Kin-minority innerhalb der liberalen Ansätze der Mulitkulturalismus-Debatte 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9116-legitimitaet-von-kin-state-politik-im-liberalismus-moeglichkeiten-der-staatenverantwortlichkeit-gegenueber-der-kin-minority-innerhalb-der-liberalen-ansaetze-der-mulitkulturalismus-debatte_38160, veröffentlicht am 10.03.2010.
Buch-Nr.: 38160
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Politikwissenschaftlerin.
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