Skip to main content
/ 18.06.2013
Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.)

Gut zu Wissen. Links zur Wissensgesellschaft. Konzipiert und bearbeitet von Andreas Poltermann

Münster: Westfälisches Dampfboot 2002; 349 S.; 20,50 €; ISBN 3-89691-527-4
Das rege Interesse am Berliner Kongress gleichen Titels der Heinrich-Böll-Stiftung im Frühjahr 2001 zeigte, dass ein weit gefächerter Dialog über Wissensgesellschaft und Wissenspolitik begonnen hat. Leitgedanke des aus der Veranstaltung entstandenen Sammelbandes ist, dass "die Entfaltung des Begriffs der 'Wissensgesellschaft' eine gesellschaftliche Perspektive eröffnet, die entscheidend auf den Willen und die Befähigung der Menschen zu Selbstbestimmung und Selbstorganisation setzt" (10). Dieses emanzipatorische Potenzial birgt auch Risiken von Leistungsdruck und biografischer Unsicherheit. Um aber die gesellschaftliche Modernisierung zu gestalten, wird von den Bürgerinnen und Bürgern experimentelles, risikoreiches und fehlerfreundliches Denken und Handeln verlangt. Orientierungswissen und Gestaltungskompetenz sind neu zu erlernende Fähigkeiten der Bürgerinnen und Bürger, mit denen sie politische Entscheidungsprozesse beeinflussen können. Für die Wissenschaft bedeutet dies, eine offene, kooperative, fehler- und lernfähige Architektur zu finden, in der Technologien mit großer Eingriffstiefe und irreversiblen Folgen aussortiert werden. Inhalt: Orientierungen: André Gorz: Welches Wissen? Welche Gesellschaft? (14-35); Kosmas Psychopedis: Antinomien der Wissensgesellschaft (36-49); Nancy Fraser: Soziale Gerechtigkeit in der Wissensgesellschaft: Umverteilung, Anerkennung und Teilhabe (50-63). Demokratie der Wissensgesellschaft: Birger P. Priddat: Zivilisierungsfortschritte: Demokratisierung der Wissensgesellschaft und professioneller Staat. Erste Skizzen zur Konzeption eines "virtuellen Staates" (66-78); Benjamin R. Barber: Die ambivalenten Auswirkungen digitaler Technologie auf die Demokratie in einer sich globalisierenden Welt (79-96); Frank Nullmeier: Demokratischer Wohlfahrtsstaat und das neue Marktwissen (97-111). Wissensgesellschaft - Risikogesellschaft: Wolfgang Bonß: Riskantes Wissen? Zur Rolle der Wissenschaft in der Risikogesellschaft (114-130); Undine Eberlein: Neue Individualitätskonzepte zwischen Integration und Eigensinn - sozialwissenschaftliche und sozialphilosophische Überlegungen (131-147). Arbeit und Einkommen in der Wissensgesellschaft: Michael Opielka: Sozialpolitik für eine Wissensgesellschaft - Weitere Begründungen für soziale Bürgerechte (150-162). Wem gehört das Wissen? Rainer Kuhlen: Universal Access - Wem gehört Wissen? (164-197); Gabriele Beger: Wissen als Ware oder öffentliches Gut. Balance der Interessen (198-206). Nachhaltiges Wachstum? Konrad Ott: Nachhaltigkeit des Wissens - was könnte das sein? (208-235). Wissen über Wissen: Hans N. Weiler: Wissen und Macht in einer Welt der Konflikte. Zur Politik der Wissensproduktion (238-261). Kunst und Wissenschaft: Gerrit Gohlke: "Fortschritt ist Ansichtssache" - Über die Wiederannäherung von Kunst und Wissenschaft (264-290); Jeanette Schulz: Das offene Labor - Künstlerische Forschung: Anfänge, Projekte, Kreisschlüsse (291-308). Bildung in der Wissensgesellschaft: Gerhard de Haan / Andreas Poltermann: Bildung in der Wissensgesellschaft (310-340).
Wilhelm Johann Siemers (SIE)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.232.352.3432.2632.262 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Gut zu Wissen. Münster: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17622-gut-zu-wissen_20306, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20306 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA