Skip to main content
/ 05.06.2013
Uwe Schultz (Hrsg.)

Große Verschwörungen. Staatsstreich und Tyrannensturz von der Antike bis zur Gegenwart

München: C. H. Beck 1998; 279 S.; Ln., 48,- DM; ISBN 3-406-44102-5
In einer Reihe von Aufsätzen werden Beispiele sowohl erfolgreicher als auch gescheiterter Staatsstreiche, Machtergreifungen und "Tyrannenmorde" dargestellt. Die Auswahl konzentriert sich auf "jene historischen und zeitgeschichtlichen Verschwörungen [...], die den Gang der Geschichte veränderten oder verändern sollten" (9). Die beitragenden Historiker und Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler und Journalisten versuchen jeweils, ein Bild der Ereignisse und Akteure zu vermitteln, die unmittelbar im Zusammenhang mit der behandelten "Verschwörung" gestanden haben. Gleichzeitig skizzieren sie die allgemeinen politischen Zeitumstände und ggf. die ideengeschichtlichen Hintergründe, "um eine Epoche in der Schrecksekunde ihrer radikalen Infragestellung sichtbar werden zu lassen" (9). Die Sammlung ist chronologisch geordnet und verzichtet auf eine thematische oder systematische Gliederung; ein übergreifender Vergleich der dargestellten Fälle oder eine Typologie der politischen Verschwörung wird nicht angestrebt. Inhalt: Uwe Schultz: Vorwort: Die Verschwörung - der Griff nach der ganzen Macht (7-9); Dietrich Wildung: Haremsverschwörung unter Ramses III. Die lange Tradition der Umsturzversuche vom Alten Reich bis zu den Ptolemäern in Ägypten (10-18); Klaus Bringmann: Alkibiades und der Sturz der athenischen Demokratie. Die dramatischen Ereignisse des Jahres 411 v. Chr. (19-32); Martin Jehne: Die Ermordung des Dictators Caesar und das Ende der römischen Republik (33-47); Michael Richter: Die "lange Machtergreifung" der Karolinger. Der Staatsstreich gegen die Merowinger in den Jahren 747-771 (48-59); Theo Kölzer: Vater und Sohn im Konflikt. Die Absetzung Heinrichs IV. (60-70); Ferdinand Seibt: Der Hussitenkelch und die vier Prager Artikel von 1420. Eine Revolution aus dem Glauben (71-86); Helmut Winter: Richard III. usurpiert den Thron. Die Geschichte und Shakespeare bestimmen das Bild des königlichen Schurken (87-101); Achatz von Müller: Retter und Verderber der Republik. Die Revolte des Fiesco zu Genua im Jahre 1547 (102-113); Horst Lademacher: Wilhelm von Oranien löst die Niederlande von Spanien. Der Aufstand gegen Philipp II. (114-129); Alexander Gauland: Die "Pulververschwörung" gegen Parlament und König. 1605 scheitert der katholische Aufstand in England (130-142); Karl Otmar von Aretin: Die Vollendung des Absolutismus. Der Frondeaufstand in Frankreich (1648-1653) (143-158); Jochen Köhler: "Morgen muß zugeschlagen werden". Der Sturz Robespierres sowie der Kampf um Mehrheiten und Macht in der Französischen Revolution (159-174); Nikolaus Katzer: Der gescheiterte Staatsstreich des aufgeklärten Adels. Der Dekabristenaufstand von 1825 in Rußland (175-192); Hans E. Tütsch: Kugeln für Lincoln und Kennedy. Zwei tote Präsidenten der USA und ungezählte Konspirationen in den Köpfen (193-204); Wolfgang Benz: Diffamierung aus dem Dunkel. Die Legende von der Verschwörung des Judentums in den "Protokollen der Weisen von Zion" (205-217); Hans-Ulrich Thamer: Die Idee von einem anderen Deutschland. Das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 (218-238); Walter Haubrich: Mit der Waffe in der Hand. Militärputsch im hispanischen Raum (239-253).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.252.312 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Uwe Schultz (Hrsg.): Große Verschwörungen. München: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6414-grosse-verschwoerungen_8721, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 8721 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA