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/ 20.06.2013
Wolfgang Kersting

Gerechtigkeit und Lebenskunst. Philosophische Nebensachen

Paderborn: mentis Verlag 2005; 221 S.; 24,80 €; ISBN 3-89785-176-8
Was der Kieler Philosoph Kersting als „philosophische Nebensachen“ tituliert, ist ein lesenswerter Rundgang durch eine „Galerie intellektueller Kurzporträts, die die führenden Köpfe der gegenwärtigen politischen Philosophie und ihre jüngsten Debattenbeiträge zu Fragen der Gerechtigkeit kritisch präsentiert“ (7). Dabei handelt es sich überwiegend um – teilweise erweiterte – Rezensionen aus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die in den letzten 15 Jahren erschienen sind. Die Essays bestechen durch die Kraft der Zuspitzung, mit der Kersting den argumentativen Kern der besprochenen Titel herausarbeitet und nicht selten gegen den Strich bürstet. Bislang unveröffentlichte Vorträge und Essays bilden den zweiten Teil des Bandes. Aus dem Inhalt: A. Rezensierte Philosophie Die schöne Unternehmerseele und die iustitia distributiva Gottes – Mit Koslowksi auf dem Markt Montaigne hätte es richten können – Stephen Toulmin über die Illegitimität der Neuzeit Gerechtigkeitsgemeinschaft – John Rawls sucht die liberale Mittellage Sphärenharmonie – Michael Walzer findet die Gerechtigkeit in der Höhe Moralischer Kathedersozialismus aus New York – Thomas Nagel will viel mehr Gleichheit Heiligkeit verleiht keine Rechte – Ronald Dworkins politische Philosophie der Abtreibung und Euthanasie Die menschliche Natur ist gut, nur die Intellektuellen sind schlecht – James Wilsons moralpopulistische Aufrüstung der Anständigen im Lande List und Tücke der Neutralität – Charles Larmores Version des politischen Liberalismus Matte Modernitätskritik, erschöpfte Theorie – Michael Sandels Kommunitarismus hat abgewirtschaftet Der Hüter der Moderne – Jürgen Habermas über die Vergangenheit des Nationalstaats und die Zukunft der Natur Ein Volk von Teufeln auf dem Markt der Tugend – Michael Baurmann entdeckt die liberale Gesellschaft als moralische Anstalt Über die Vernünftigkeit der Wirklichkeit – Rüdiger Bubner kritisiert das Politikmißverständnis der Moderne Der Mensch ist auch nur ein Tier – Daniel Dennett zwischen Grzimek und Kant Die Vernunft spricht sich aus – Robert Brandom ist ein sprachpragmatischer Hegel redivivus B. Essays und Vorträge Plädoyer für einen nüchternen Universalismus Philosophie und gesellschaftliche Selbstverständigung Die Zumutungen der Freiheit – Über die Schwierigkeit, in der Moderne zu leben Über ein Leben mit Eigenbeteiligung – Unzusammenhängende Bemerkungen zum gegenwärtigen Interesse an der Lebenskunst Ein Menschenrecht auf Unterhaltung
Wilhelm Knelangen (WK)
Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 5.425.46 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Knelangen, Rezension zu: Wolfgang Kersting: Gerechtigkeit und Lebenskunst. Paderborn: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23879-gerechtigkeit-und-lebenskunst_27451, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27451 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA