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/ 17.06.2013
Olaf Theiler (Hrsg.)

Deutsche Interessen in der sicherheitspolitischen Kommunikation. Tagungsband zum 7. Strausberger Symposium vom 28. bis 30. Juni 2000

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2001 (Schriften der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation 24); 202 S.; brosch., 30,- €; ISBN 3-7890-7593-0
Der Interessenbegriff als Analysekriterium der internationalen Politik ist insbesondere in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg umstritten. Dies wird auch aus den Beiträgen in diesem Tagungsband deutlich: Neben Referenten, die den Begriff rundheraus ablehnen (Pradetto, Albrecht) stehen andere, die ihn für ein durchaus nützliches Mittel zur Untersuchung der Außen- und Sicherheitspolitik halten (Wellershoff, Hacke, Mey, Theiler). Siedschlag verweist in seinem Überblick über die Verwendung des Interessenbegriffs in den verschiedenen Schulen der internationalen Beziehungen darauf, dass er keineswegs als einheitliches Konzept gesehen wird. Trotzdem hat er seine Berechtigung, weil er dazu zwingt, "eigene Positionen zu beziehen, und zwar im Rahmen eines internationalen ebenso wie innenpolitischen Kommunikations- und Abwägungsprozesses" (31). Insofern sind nationale Interessen für Siedschlag ein "weitreichendes Orientierungskonzept", das dazu dienen kann, die eigene Position im Verhältnis zu anderen Staaten zu bestimmen sowie den Realitätssinn einer spezifischen Politik und ihre praktische Durchführbarkeit" aufzuzeigen (32). Gleichzeitig betont Siedschlag, wie auch einige andere Autoren und die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, dass Interessen ohne Moral nicht zu denken sind, obgleich beide Begriffe in einem steten, unauflösbaren Spannungsverhältnis zueinander stehen. Inhalt: II. Begriffsdefinition und -reichweite: Alexander Siedschlag: Definition und Reichweite des Interessenbegriffs in den internationalen Beziehungen. Unter besonderer Berücksichtigung innenpolitischer Aspekte der Interessendefinition in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik (17-32); August Pradetto: Interessen und "nationale Interessen" in der Außen- und internationalen Politik. Definition und Reichweite des Begriffs (33-68); Hans-Viktor Hoffmann: Meta-Analyse von Interessen-Konzepten (69-110). III. Internationale Politik: Ulrich Albrecht: Interessen als Kriterien in der internationalen Außen- und Sicherheitspolitik (112-122); Dietmar Wellershoff: Interessen in der internationalen Außen- und Sicherheitspolitik (123-129). IV. Deutsche Interessen: Christian Hacke: Interessen und die Legitimation nationaler Außen- und Sicherheitspolitik (131-144); Holger H. Mey: Der Interessenbegriff in der Politikberatung für nationale Außen- und Sicherheitspolitik (145-157); Olaf Theiler: Annäherung an die Definition nationaler Interessen der Bundesrepublik Deutschland (158-172). V. Öffentlichkeit: Adi Isfort: Der Interessenbegriff in der öffentlichen Meinung (174-181). Podiumsdiskussion: Moral kontra Interessen? Die Bedeutung von Moral und Interessen bei der Legitimation von Außen- und Sicherheitspolitik (Thomas Kossendey, Winfried Nachtwei, Egon Bahr, Walter Stützle) (182-193).
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.214.1 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Olaf Theiler (Hrsg.): Deutsche Interessen in der sicherheitspolitischen Kommunikation. Baden-Baden: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16354-deutsche-interessen-in-der-sicherheitspolitischen-kommunikation_18778, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18778 Rezension drucken
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