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/ 20.06.2013
Gottfried-Karl Kindermann

Der Aufstieg Koreas in der Weltpolitik. Von der Landesöffnung bis zur Gegenwart

München: Olzog 2005; 421 S.; hardc., 34,- €; ISBN 3-7892-8165-4
Der Band ist die Neuauflage der bereits 1995 unter demselben Titel erschienenen Einführungsdarstellung zur koreanischen Politik. Kindermann hat sie inhaltlich um die Ereignisse im letzten Jahrzehnt ergänzt, aber nicht die Struktur des Buches verändert. Er stellt die politische Entwicklung Koreas chronologisch seit den Anfängen dar, wobei die Nachkriegszeit im Hinblick auf Südkorea grob nach den jeweiligen Präsidentschaften unterteilt ist. Auch die Entwicklung in Nordkorea wird ausreichend berücksichtigt. Der Fortbestand der Teilung nach dem Ende des Ost-West-Konflikts weist augenfällig auf die beherrschende Erfahrung Koreas im 19. und 20. Jahrhundert hin: Wieder und wieder wurde das Land Opfer von Großmächteinterventionen. Korea ist bis heute ein Krisenherd der Weltpolitik, nicht nur, weil Nordkorea mit seiner undurchschaubaren Politik ein Faktor der Instabilität bleibt, sondern vor allem, weil sich auf der koreanischen Halbinsel die Interessen mehrerer Großmächte überschneiden: China, USA, Russland und Japan. Kindermann geht im Verlauf der Untersuchung immer wieder auf diesen Aspekt ein, der naturgemäß den außenpolitischen Handlungsspielraum beider koreanischer Staaten beschränkte, aber auch die innenpolitische Entwicklung maßgeblich mit beeinflusste. So war Südkoreas Weg zu Demokratie und Zivilgesellschaft keineswegs geradlinig. Das Militär behielt seit dem Putsch von 1961 lange Zeit die Zügel in der Hand. Der Diktator Park Chung Hee blieb bis zu seiner Ermordung durch seinen eigenen Geheimdienstchef im Jahre 1979 die beherrschende Figur der südkoreanischen Republik. Politisch herrschte während dieser Zeit zwar kein Stillstand – es gab durchaus eine teils lautstarke Opposition – die Entwicklung demokratischer Institutionen stagnierte jedoch. Unabhängig davon begann jedoch ein eindrucksvoller ökonomischer Aufstieg, der seit dem Ende der achtziger Jahre, auch zu einer weitgehenden Demokratisierung geführt hat. Nicht zuletzt wegen der nordkoreanischen Atompolitik bleibt die Halbinsel jedoch ein Krisenherd.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.682.222.254.14.414.22 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Gottfried-Karl Kindermann: Der Aufstieg Koreas in der Weltpolitik. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25189-der-aufstieg-koreas-in-der-weltpolitik_29169, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 29169 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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