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/ 18.06.2013
Ahmed Rashid

Taliban. Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad. Mit einem Geleitwort von Heiko Flottau. Aus dem Englischen von Harald Riemann

München: Droemer Knaur 2001; 432 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-426-27260-1
Nach dem Abzug der sowjetischen Soldaten aus Afghanistan habe der Westen sein Interesse an dem Land verloren. Nur die Frage, wie unter Umgehung des iranischen Territoriums eine Gas-Pipeline in dieser Region gebaut werden könne, habe die Regierung der USA beschäftigt, die seit 1995 ein entsprechendes Vorhaben einer US-Firma unterstützt habe. Der pakistanische Journalist Rashid, der seit 21 Jahren für renommierte Zeitungen aus und über Afghanistan berichtet, beschreibt sehr kenntnisreich, welche Folgen dieses Desinteresse des Westens für Afghanistan gehabt hat. Den Taliban sei es mit saudischer und vor allem pakistanischer Unterstützung - anfangs gebilligt von den USA - möglich gewesen, ihr auf einem extremistischen Islam begründetes Regime zu errichten. Dem Schicksal der eigenen Bevölkerung gegenüber völlig gleichgültig, hätten sie für ihren eigenen Vorteil Drogenhandel und Schmuggel gefördert und damit auch die Wirtschaft in ihren Nachbarländern, vor allem in Pakistan, destabilisiert. Als weiterer Geldgeber des Regimes habe Osama Bin Laden Einfluss auf die Taliban-Führung gewonnen und das Land zum Zufluchts- und Ausbildungsort für Terroristen gemacht. Die Taliban selbst, so Rashids aufschlussreiche Analyse, hätten keine Ahnung gehabt, was sie eigentlich wollten.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.684.222.25 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Ahmed Rashid: Taliban. München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17172-taliban_19757, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19757 Rezension drucken
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