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/ 18.06.2013
José De Luna Martínez

Globalisierung und Finanzkrisen. Lehren aus Mexiko und Südkorea

Berlin: Logos Verlag 2002; 211 S.; 40,50 €; ISBN 3-8325-0075-8
Diss. Berlin; Gutachter: E. Altvater. - Bei seiner vergleichenden Analyse der Finanzkrisen in Mexiko (1994) und Südkorea (1997) berücksichtigt Luna Martínez nicht nur ökonomische, sondern auch politische und institutionelle Erklärungsvariablen. Die Deregulierung der Finanzmärkte in beiden Ländern führte zwar zu einem Zustrom ausländischen Kapitals, die Bankensektoren waren aber jeweils nicht in der Lage, bei der Weitergabe des Kapitals eine adäquate Risikosteuerung zu gewährleisten. Während in Mexiko ein instabiles politisches System und ein mangelhaftes staatliches Schuldenmanagement wichtige Krisenfaktoren waren, lagen die Probleme Südkoreas in der hohen Verschuldung des privaten Sektors. Der Autor sieht die Ursachen der Krisen nicht nur in den Schwellenländern selbst angesiedelt, sondern auch in der wirtschaftspolitischen Agenda des Internationalen Währungsfonds und der dahinter stehenden Industrieländer. Erst die vom IWF geforderte überhastete Liberalisierung der Finanzmärkte beider Länder in Verbindung mit der mangelhaften Risikowahrnehmung der internationalen Investoren bedingten die Anfälligkeit für die Finanzkrisen.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 4.432.222.652.682.262 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: José De Luna Martínez: Globalisierung und Finanzkrisen. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18554-globalisierung-und-finanzkrisen_21505, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21505 Rezension drucken
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