/ 18.06.2013
Michael F. Klinkenberg
Die Rolle der EU im Nahost-Friedensprozeß
Münster/Hamburg/London: Lit 2002 (Zur Zukunft Europas 2); IX, 126 S.; brosch., 15,90 €; ISBN 3-8258-6076-0Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage nach den Ursachen für den fehlenden europäischen Einfluss im Hinblick auf eine umfassende Lösung des israelisch-arabischen Konfliktes sowie die spezifische Rolle und Wahrnehmung der EU im so genannten Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern. Der Autor erkennt drei große Phasen der EU-Nahost-Politik: In der Zeit von 1971 bis 1980 bildete der Nahe Osten das Erprobungsfeld der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ). Insbesondere im Zusammenhang mit dem Europäisch-Arabischen Dialog seit 1974 nutzten dabei viele EG-Mitgliedstaaten die europäische Ebene für eine Annäherung an die arabische Seite. Die 80er-Jahre waren dagegen eine Phase der Stagnation, obschon die EG in ihrer Erklärung von Venedig aus dem Jahre 1980 erstmals das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser anerkannt hatte. Für die Zeit nach 1989/91 vermag der Autor zwar eine Reihe von Initiativen (z. B. Barcelona-Prozess) erkennen, die jedoch allesamt nicht zu einer Erhöhung der Sichtbarkeit von EU und europäischen Staaten im Nahost-Konflikt geführt hätten. Als Gründe für die fehlende Profilierung europäischer Außenpolitik erkennt Klingenberg den schwerfälligen Charakter der GASP, die divergenten Positionen und Interessenlagen der drei „großen" europäischen Mitgliedstaaten, die wirtschaftspolitische Ausrichtung der EU-Politik sowie die Zurückhaltung der Europäer in der Frage der Menschenrechte gegenüber Israel.
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 3.6 | 2.63 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Michael F. Klinkenberg: Die Rolle der EU im Nahost-Friedensprozeß Münster/Hamburg/London: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18332-die-rolle-der-eu-im-nahost-friedensprozess_21221, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21221
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