/ 12.06.2013
Ilka Moegenburg
Die Parteienlandschaft im Senegal - Tragfähige Grundlage der Demokratisierung?
Hamburg: Lit 2002 (Demokratie und Entwicklung 44); X, 351 S.; brosch., 25,90 €; ISBN 3-8258-5863-4Diss. Marburg; Gutachter: D. Berg-Schlosser, H.-K. Rupp. - Nach dem Regierungswechsel 1981 fand im Senegal ein Demokratisierungsprozess statt: Neue Parteien wurden zugelassen, das Wahlsystem wurde reformiert und die Kontrolle der Wahlen wurde verbessert. Seitdem haben sich zahlreiche Parteien im Senegal gegründet. Die Autorin gibt einen detaillierten Überblick über die Entwicklungen und Veränderungen der äußerst fragmentierten Parteienlandschaft des Senegals seit 1981. Viele Parteien müssten als Pseudoparteien betrachtet werden: Sie würden kurz vor einer Wahl gegründet und unmittelbar danach wieder aufgelöst; sie verfügten über keine organisatorische Infrastruktur und keinen politischen Einfluss. Bei den politisch relevanten Parteien seien Personalismus, Klientelismus und informelle Strukturen von besonderer Bedeutung. Auch hier sei die innerparteiliche organisatorische Struktur in der Regel unterentwickelt, ebenso wie die demokratischen Strukturen innerhalb der Organisationen. Trotz dieser Defizite, so das Fazit der Autorin, haben die Parteien einen gewissen Beitrag zur Demokratisierung des Landes geleistet. Um die Demokratie weiterhin zu konsolidieren, müssten allerdings zusätzliche gesellschaftliche Akteure mobilisiert werden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.67 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Ilka Moegenburg: Die Parteienlandschaft im Senegal - Tragfähige Grundlage der Demokratisierung? Hamburg: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14198-die-parteienlandschaft-im-senegal---tragfaehige-grundlage-der-demokratisierung_21104, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21104
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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