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/ 19.06.2013
Christian Büttner / Joachim von Gottberg / Verena Metze-Mangold (Hrsg.)

Der Krieg in den Medien

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2004 (Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Sonderband); 217 S.; kart., 24,90 €; ISBN 3-593-37516-8
Welche Rolle haben Medien in Kriegszeiten beziehungsweise welche sollten sie haben? Und in welchem Verhältnis stehen fiktionale Medieninhalte zum politischen Bewusstsein? Wissenschaftler, Bundeswehrangehörige und Journalisten zielen in ihren Analysen auch auf mögliche Strategien einer Demokratisierung der Medien in Kriegszeiten. Deren Notwendigkeit erklären Calließ und Raue in ihrem Resümee am Beispiel des Irak-Kriegs: „Kriegsursachen, Alternativen, Kriegsverläufe, Kriegsfolgen sind im kollektiven Gedächtnis der Öffentlichkeit kaum noch vorhanden" (202), die Kritik an der Berichterstattung dagegen lebe. Diese einseitige Wahrnehmung verdränge aber das tatsächlich Geschehene. Selbstverständlich sei es berechtigt, „die Berichte der Journalisten daraufhin zu prüfen, ob sie der Kriegslogik erliegen oder auf Deeskalation und Frieden zielen" (207). Dennoch sollte die Medienkritik die Kriegsberichterstatter „nicht länger als Angeklagte in die Ecke verweisen" (210). Stärker als bisher sei die „Berichterstattung vom Kampfgeschehen" mit „der Erörterung der Legitimität des Krieges" (209) in einem Zusammenhang zu sehen. Unzulänglichkeiten und Verfehlungen der Kriegsberichterstattung (man denke an die in die US-Armee „eingebetteten" Journalisten) könnten so korrigiert werden. Die Beiträge gehen auf zwei Konferenzen zurück, die die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) im Mai 2002 und September 2003 mit verschiedenen Kooperationspartnern in Berlin veranstaltete. Aus dem Inhalt: Demokratie und mediale Informationsstrategien Harald Müller: Demokratie, die Medien und der Irakkrieg (13-28) Christian Hörburger: Kriegsbilder oder Wandel des Entsetzlichen (29-37) Astrid Frohloff: Kriegsnachrichten (39-49) Walter Jertz / Carsten Bockstette: Militärpolitische Perzeptionen und die Zukunftsperspektiven des strategischen Informationsmanagements. Die Entwicklung der Krisenkommunikation von der Kosovo Operation „Allied Force"! 1999 zur Operation „Iraqi Freedom" (51-72) Die Bedeutung von fiktionalen Medieninhalten für demokratisches Bewusstsein Christian Büttner: Kriegsfilme in Demokratien (75-85) Joachim von Gottberg: Rambo, der Jugendschutz und die demokratisch legitimierte Politik (87-110) Georg Joachim Schmitt: Die Stunde der Wahrheit für die Welt. Zum Problem des Antikriegsfilms (111-127) Lothar Mikos: Helden zwischen Kampfgetümmel und Selbstzweifel. Ästhetik der Gewaltdarstellung in Kriegsfilmen (129-141) Strategien einer Demokratisierung der Medien Verena Metze-Mangold: Entstehung globaler Medienstrukturen und internationaler Kommunikationspolitik (145-164) Ingrid Lehmann: Friedensoperationen im Kreuzfeuer: Kommunikationsstrategien für die Vereinten Nationen (165-174) Freimut Duve: Freiheit der Journalisten - eine schwierige Aufgabe, nicht nur in den postkommunistischen Staaten (175-184) Kathrin Vogler: Friedensbewegung und Massenmedien (185-195) „Das erste Opfer ist die Wahrheit" - ein Resümee Jörg Calließ / Stefan Raue: Diskurse in Zeiten des Krieges. Die Kritik an der Kriegsberichterstattung braucht weitere Horizonte (199-210)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.222.234.41 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Christian Büttner / Joachim von Gottberg / Verena Metze-Mangold (Hrsg.): Der Krieg in den Medien Frankfurt a. M./New York: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20693-der-krieg-in-den-medien_24137, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24137 Rezension drucken
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