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/ 21.06.2013
Barbara Laubenthal

Der Kampf um Legalisierung. Soziale Bewegungen illegaler Migranten in Frankreich, Spanien und der Schweiz. Mit einem Vorwort von Claus Leggewie

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2007 (Campus Forschung 920); 253 S.; kart., 32,90 €; ISBN 978-3-593-38360-6
Diss. Gießen; Gutachter: C. Leggewie. – Seit Mitte der 90er-Jahre treten illegale Migranten in einigen Ländern als soziale Bewegung an die Öffentlichkeit und fordern eine Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus. Sie leben im Einwanderungsland in einem unsicheren Rechtsverhältnis und verfügen weder über Partizipationsrechte noch über ausreichende materielle Ressourcen, um als kollektiver politischer Akteur auftreten zu können – es dürfte sie eigentlich nicht geben. Die Autorin fragt, wie sich die Entstehung dieser Pro-Regularisierungsbewegung in den drei ausgewählten Ländern Frankreich, Schweiz und Spanien erklären lässt. Hierfür entwickelt sie einen Analyserahmen, der über die übliche Variable des politischen Systems hinaus als weitere Erklärungsvarianten die Präsenz von Unterstützern, politikfeldbezogene Einflüsse und Anstöße, Legitimationsstrategien der Bewegungen sowie die Rolle der Medien umfasst. Damit gelingt es Laubenthal, sowohl landesspezifische Einflüsse zu berücksichtigen als auch Bedingungen zu identifizieren, die in allen drei Ländern auftraten. So spiegeln diese neuen politischen Akteure zwar nationale Unterschiede wider, weisen aber drei wichtige gemeinsame Merkmale auf: In allen drei Ländern herrscht eine gewisser Grad an Akzeptanz von illegaler Zuwanderung, es gab Unterstützung durch neue oder etablierte Akteursgruppen und es konnten die historischen Beziehungen zwischen Herkunfts- und Einwanderungsland als „Anknüpfungspunkte für die Forderung nach Inklusion“ (233) genutzt werden. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Bewegung waren die Medien, indem sie einen „veränderten Diskurs zu illegaler Migration generierten“ und illegale Migranten nicht mehr als anonyme Gruppe und sicherheitspolitische Herausforderung, sondern „als Individuen und gleichzeitig als Opfer verfehlter staatlicher Einwanderungspolitik“ (235) darstellten.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.222.22.52.61 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Barbara Laubenthal: Der Kampf um Legalisierung. Frankfurt a. M./New York: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27714-der-kampf-um-legalisierung_32546, veröffentlicht am 27.03.2008. Buch-Nr.: 32546 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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