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/ 11.06.2013
Pai-Ling Sah

Der ethnische Faktor im chinesischen Integrationsprozeß im asiatischen Raum. Die Rolle der Auslandschinesen in Südostasien, der Hongkong-Chinesen, Macaoer und Taiwanesen vor und seit der chinesischen Öffnungspolitik

Münster u. a.: Waxmann Verlag 1997; XII, 186 S.; brosch., 59,- DM; ISBN 3-89325-529-X
Diss. Münster. - Sah untersucht die Rolle der Auslandschinesen in Südostasien und das Verhältnis der VR China zu den Hongkong-Chinesen, Macaoern und Taiwanesen seit 1949. Der "chinesische Integrationsprozeß", den die Autorin beschreibt, bezieht sich ausschließlich auf die wirtschaftliche Tätigkeit ethnischer Chinesen. Ihre Darstellung gestaltet sich jedoch aus folgenden Gründen problematisch: Ihre eigene Frage, ob die wirtschaftliche Verflechtung Chinas mit dem Weltwirtschaftssystem das Land dazu zwingt, sein politisches Verhalten dem internationalen Umfeld anzupassen und im Konfliktfall auf militärische Gewalt zu verzichten, bleibt dabei unbeantwortet. Sah wird darüber hinaus nicht ihrem Anspruch gerecht zu zeigen, inwieweit die wirtschaftlichen Aktivitäten von Hongkong-Chinesen, Taiwanesen und anderen ethnischen Gruppen dazu beitragen, China in das internationale System einzubinden. Bei der Darstellung der Asiatic Pacific Economic Cooperation und dem Asian Regional Forum on Security geht die Autorin nicht mehr auf die Rolle der chinesischen Diaspora bzw. der "inländischen Auslandschinesen" in dem Prozeß zunehmender internationaler Kooperation ein. Auch ihre These von der "wirtschaftlichen Abhängigkeit" (53 ff.) der Volksrepublik von Überweisungen von Auslandschinesen muß aufgrund der von ihr selbst vorgelegten Zahlen bezweifelt werden. Bis 1986 wurde die jährliche Summe von 715 Millionen US-Dollar nie überschritten. Die Gegenüberstellung von Auslandsüberweisungen und der Handelsbilanz ist kein starkes Argument, da es sich hier um einen Zeitraum handelte, in dem der Außenhandel eine äußerst geringe Rolle für die Wirtschaft der VR China spielte. Inhalt: 2. Theorieansätze zu internationalen Beziehungen; 3. Die Definitionen von Hongkong-Chinesen, Macaoer, Taiwanesen und Auslandschinesen; 4. Chinas außenpolitische Richtlinien gegenüber den Auslandschinesen, Hongkong, Macao und Taiwan vor der Öffnungspolitik; 5. Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Volksrepublik China von den Auslandschinesen, Hongkong, Macao und Taiwan und die Politik gegenüber inländischen Auslandschinesen vor der Öffnungspolitik; Exkurs: Die Auslandschinesen in Südostasien; 6. Die Rolle der Auslandschinesen, Hongkong-Chinesen, Macaoern und Taiwanesen in der chinesischen Öffnungspolitik; 7. Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen der Volksrepublik China, Hongkong, Macao, Taiwan und den südostasiatischen Ländern.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.682.234.22 Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Pai-Ling Sah: Der ethnische Faktor im chinesischen Integrationsprozeß im asiatischen Raum. Münster u. a.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10886-der-ethnische-faktor-im-chinesischen-integrationsprozess-im-asiatischen-raum_12869, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12869 Rezension drucken
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