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/ 20.06.2013
Helmut Zander

Abschied von der Nation? Historische Anregungen für die Aufräumarbeiten im Nationalstaat

Münster: Aschendorff Verlag 2006; 127 S.; pb., 9,80 €; ISBN 3-402-00212-4
Wie kann man Stabilität in einem pluralistischen Europa erreichen? Sind die Nationen und Nationalstaaten Hindernisse oder Grundsteine? Zur Beantwortung dieser Fragen stellt der Autor zunächst das Konzept des Nationalstaats vor. Dann geht er im ersten Teil daran, aus der Geschichte der Nationalstaaten Anregungen für den Umgang mit kultureller Pluralisierung zu gewinnen. Sein Beispiel für eine Kommunikationssprache ist Frankreich, für den Föderalismus die Schweiz, für die Freiheitlichkeit ethnischer Zugehörigkeit das Habsburgerreich, für Parallelgesellschaften die Niederlande. Im zweiten Teil beschäftigt Zander sich mit der Reaktion von Nationalstaaten auf den nationalstaatlichen Zerfall. Deutschland ist das Beispiel für die Entstehung einer pluralistischen Gesellschaft. Mit der Diskussion des Regionalismus wird zuletzt deutlich, dass der Nationalstaat und die Nation „als funktionale Räume notwendig“ bleiben (117). Dem Anspruch nach leistet der Band keinen Beitrag zur Forschung, sondern will ihre Anwendung zeigen; demgemäß bietet der Autor eine gute, kommentierte Literaturauswahl.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.232.352.612.42.5 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Helmut Zander: Abschied von der Nation? Münster: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25582-abschied-von-der-nation_29676, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29676 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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