/ 12.06.2013
Stefanie Hanke
Systemwechsel in Mali. Bedingungen und Perspektiven der Demokratisierung eines neopatrimonialen Systems
Hamburg: Institut für Afrika-Kunde 2001 (Hamburger Beiträge zur Afrika-Kunde 64); X, 253 S.; 16,- €; ISBN 3-928049-74-7Diss. Mainz; Gutachter: W. Merkel, T. Bierschenk. - Eine Konsolidierung der Demokratisierung ist in Afrika trotz der institutionellen Änderungen in zahlreichen Ländern bislang nicht erfolgt. Die Aussichten auf eine stabile Demokratie werden eher düster eingeschätzt; die Gründe hierfür zum Teil in spezifischen kulturellen Faktoren Afrikas gesucht. Mali gilt als Musterbeispiel für eine gelungene Demokratisierung mit "vorbildlichem Verfassungsgebungsprozeß" und einem "ausgeprägt konsensuellen Polit...
Stefanie Hanke
Systemwechsel in Mali. Bedingungen und Perspektiven der Demokratisierung eines neopatrimonialen Systems
Hamburg: Institut für Afrika-Kunde 2001 (Hamburger Beiträge zur Afrika-Kunde 64); X, 253 S.; 16,- €; ISBN 3-928049-74-7Diss. Mainz; Gutachter: W. Merkel, T. Bierschenk. - Eine Konsolidierung der Demokratisierung ist in Afrika trotz der institutionellen Änderungen in zahlreichen Ländern bislang nicht erfolgt. Die Aussichten auf eine stabile Demokratie werden eher düster eingeschätzt; die Gründe hierfür zum Teil in spezifischen kulturellen Faktoren Afrikas gesucht. Mali gilt als Musterbeispiel für eine gelungene Demokratisierung mit "vorbildlichem Verfassungsgebungsprozeß" und einem "ausgeprägt konsensuellen Politikstil des Präsidenten" (7). Dennoch mündeten die zweiten freien Wahlen 1997 in eine tiefe innenpolitische Krise. Hanke sucht diese Entwicklungen zu erklären und fragt, ob Mali als konsolidierte Demokratie bezeichnet werden kann. Die Autorin wendet sich gegen kulturdeterministische Erklärungsversuche und wählt für ihre Analyse des Systemwechsels in Mali einen Analyserahmen, der akteursspezifische, strukturelle und institutionelle Ansätze umfasst. Hanke versteht als Systemwechsel die Herstellung einer neuen Legitimität politischer Herrschaft und beleuchtet den Zusammenhang zwischen Legitimität und Stabilität in neopatrimonialen Systemen. Bei der Darstellung der politischen Entwicklung seit Beginn der Transformationsprozesse mit dem Sturz von Traoré von 1991 fragt die Autorin nach den Ursachen und wesentlichen Akteuren des politischen Wandels sowie nach den institutionellen und sozioökonomischen Faktoren für eine Konsolidierung, wobei dem Klientelismus eine zentrale hinderliche Bedeutung zukommt. Im Ergebnis zeigt sich, "daß Demokratisierung entgegen modernisierungstheoretischer und kulturalistischer Annahmen auch in Afrika möglich ist. Materielle Unterausstattung erweist sich allerdings als ein wesentliches Problem im Konsolidierungsprozeß. So ist in Mali zwar der Wechsel zu einem demokratischen System gelungen, dieses kann aber nicht als konsolidiert gelten." (211)
Inhaltsübersicht: 3. Einordnung in den regionalen Kontext; 4. Rahmenbedingungen des Systemwechsels in Mali; 5. Die Transitionsphase: Von der Einheitspartei zum Mehrparteiensystem; 6. Demokratisierung; 7. Konsens, Konflikt und Konsolidierung; 8. Interessenrepräsentation - und Vermittlung; 9. Das Verhalten der politischen Eliten; 10. Dezentralisierung und Demokratisierung; 11. Resümée: Demokratische Transition und Stand der Konsolidierung in Mali.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.67 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Stefanie Hanke: Systemwechsel in Mali. Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14160-systemwechsel-in-mali_18892, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18892
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA