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/ 12.06.2013
Gordon A. Craig

Krieg, Politik und Diplomatie. Aus dem Englischen von Gerhard Beckmann, Karl Federmann und Dietrich Schlegel

Wien: Paul Zsolnay Verlag 2001; 535 S.; geb., 34,77 €; ISBN 3-552-05153-8
Die 1966 erstmals veröffentlichte Aufsatzsammlung (deutsch 1968) hat bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren. Craig gehört nach wie vor zu den profiliertesten anglo-amerikanischen Historikern, die sich auf die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts im Allgemeinen sowie die Militär- und Diplomatiegeschichte im Besonderen spezialisiert haben. Sein Buch "The Politics of the Prussian Army 1640-1945" ist ein Klassiker der Militärhistoriographie. In seinem angenehm lesbaren, unaufgereg...
Gordon A. Craig

Krieg, Politik und Diplomatie. Aus dem Englischen von Gerhard Beckmann, Karl Federmann und Dietrich Schlegel

Wien: Paul Zsolnay Verlag 2001; 535 S.; geb., 34,77 €; ISBN 3-552-05153-8
Die 1966 erstmals veröffentlichte Aufsatzsammlung (deutsch 1968) hat bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren. Craig gehört nach wie vor zu den profiliertesten anglo-amerikanischen Historikern, die sich auf die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts im Allgemeinen sowie die Militär- und Diplomatiegeschichte im Besonderen spezialisiert haben. Sein Buch "The Politics of the Prussian Army 1640-1945" ist ein Klassiker der Militärhistoriographie. In seinem angenehm lesbaren, unaufgeregten essayistischen Stil skizziert Craig wichtige Kapitel aus dem niemals spannungsfreien Beziehungsgeflecht zwischen Militär und Politik. Der Schwerpunkt der Aufsätze liegt chronologisch in der Zeit bis 1945. Die Neuauflage wird u. a. ergänzt durch Craigs Stellungnahme zur "Chequers Affäre", die im Anschluss an eine informelle Tagung mit Margaret Thatcher ihren Lauf nahm. Die Premierministerin hatte nach den Lehren der deutschen Geschichte gefragt, die sie im Vorfeld der deutschen Wiedervereinigung geklärt wissen wollte. Für Craig sind die kurzfristig getrübten deutsch-britischen Beziehungen eine Folge davon, wie unbedarft und daher gefährlich mit Geschichte in der Öffentlichkeit umgegangen wird - ein Grund mehr, Craigs Aufsätze nicht nur zu überfliegen. Inhalt: I. Die Kriegskunst: 1. Probleme des Kommandos und der Stäbe in der österreichischen Armee 1740-1866; 2. Probleme des Koalitionskrieges: Die Militärallianz gegen Napoleon 1813-1814; 3. Die militärische Kohäsion des österreichisch-deutschen Bündnisses 1914-1918; 4. Der Militärhistoriker Hans Delbrück; 5. Schluss mit den Paraden. II. Politisch-militärische Beziehungen: 6. Porträt eines politischen Generals: Edwin von Manteuffel und der Verfassungskonflikt in Preußen; 7. Beziehungen zwischen politischen und militärischen Ämtern im Zweiten Deutschen Reich: Kanzler und Chef des Stabes 1871-1918; 8. Die Einwirkung der deutschen Wehrmacht auf das politische Leben in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs; 9. Neutralität im 19. Jahrhundert; 10. Großbritannien und der belgische Eisenbahn-Streit von 1869 - über die Anwendbarkeit des Nichteinmischungsprinzips; 11. Bismarck und seine Botschafter: Das Problem der Disziplin; 12. Die Revolution in Kriegführung und Diplomatie 1914 bis 1939; 13. Die Probleme des Berufsdiplomaten in der Zeit von 1919 bis 1939; 14. Die Einstellung totalitärer Regimes zu diplomatischen Verhandlungen; 15. Das Problem des Gespürs: Roosevelt und Hitler; 16. John Foster Dulles und die amerikanische Staatskunst; 17. Auf der Suche nach einer internationalen Ordnung; 18. Die Chequers-Affäre von 1990. Beobachtungen zum Thema Presse und internationale Beziehungen; 19. Die Bedeutung der Geschichte für die Ausbildung von Diplomaten; 20. Konrad Adenauer und seine Diplomaten.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.14.412.31 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Gordon A. Craig: Krieg, Politik und Diplomatie. Wien: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14070-krieg-politik-und-diplomatie_16857, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 16857 Rezension drucken
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