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/ 11.06.2013
Volker H. Schmidt

Bedingte Gerechtigkeit. Soziologische Analysen und philosophische Theorien

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 205 S.; kart., 34,77 €; ISBN 3-593-36619-3
Soziolog. Habilitationsschrift Mannheim. - Schmidt versteht seine Schrift als eine Ausarbeitung von Präliminarien zu einer soziologischen Theorie der Gerechtigkeit. Damit erfolgt eine Problematisierung der gängigen Praxis, dass die Soziologie als empirische Wissenschaft vorwiegend Anleihen für Gerechtigkeitsvorstellungen beim normativen Lager der Philosophie genommen hat. Schmidt untersucht die Vereinbarkeit der Fragestellungen und Forschungsmethodiken beider Disziplinen und kommt zu dem Schluss...
Volker H. Schmidt

Bedingte Gerechtigkeit. Soziologische Analysen und philosophische Theorien

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 205 S.; kart., 34,77 €; ISBN 3-593-36619-3
Soziolog. Habilitationsschrift Mannheim. - Schmidt versteht seine Schrift als eine Ausarbeitung von Präliminarien zu einer soziologischen Theorie der Gerechtigkeit. Damit erfolgt eine Problematisierung der gängigen Praxis, dass die Soziologie als empirische Wissenschaft vorwiegend Anleihen für Gerechtigkeitsvorstellungen beim normativen Lager der Philosophie genommen hat. Schmidt untersucht die Vereinbarkeit der Fragestellungen und Forschungsmethodiken beider Disziplinen und kommt zu dem Schluss, dass zum einen die Spezifik soziologischer Gerechtigkeitsanalysen auch eine eigenständige soziologische Theorie der Gerechtigkeit erfordert. Zum anderen entdeckt er darin bezüglich des Verhältnisses beider Disziplinen eine neue Chance und Aufgabe für die philosophische Ethik. Die soziologische Gerechtigkeitsforschung solle sich - und damit schließt sich Schmidt dem "local-justice"-Ansatz von Jon Elster an - nicht mit Gerechtigkeitsurteilen, sondern mit der "Beschaffenheit gerechtigkeitsrelevanter Praktiken sowie deren Genese und Legitimation" (76) befassen. Entscheidend hierfür sind der lokale Problembezug und die Betroffenheit von Verteilungsentscheidungen. Der Ansatz einer lokalen Gerechtigkeit zielt auf Bereichsethiken ab, die sich auf Verteilungsfragen spezialisiert haben. Den eigentlichen Aufklärungswert soziologischer Gerechtigkeitsanalysen erblickt Schmidt vor allem darin, Sachprobleme von Fragen der Verteilungsgerechtigkeit unterscheiden und sie damit einer differenzierten Betrachtung zugänglich machen zu können. Inhaltsübersicht: 2. Soziologie und Philosophie der Gerechtigkeit; 3. Empirische Gerechtigkeitsforschung und Interdisziplinarität; 4. Lokale Gerechtigkeiten; 5. Entscheidungsfindung und Entscheidungsbegründung; 6. Vom Nutzen soziologischer Gerechtigkeitsanalysen.
Sandra Hartmann (SHA)
1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.425.44 Empfohlene Zitierweise: Sandra Hartmann, Rezension zu: Volker H. Schmidt: Bedingte Gerechtigkeit. Frankfurt a. M./New York: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12620-bedingte-gerechtigkeit_15087, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15087 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA